Gespenster in der Nacht / Nicht lustig

Gespenster in der Nacht

Leider wollen meine Menschen mir nicht glauben.

Aber ich sehe wirklich Gespenster.
Immer nachts schleichen sie durch unseren Garten, verstecken sich hinter dem Holunderstrauch oder dem Gartencheminee. Manchmal sitzen sie auch im Blumenbeet und wackeln an den Margriten.

Als Hirtenhund habe ich natürlich klar meine Aufgabe und verbelle dieses Gesinde. Dafür habe ich eigens einen hohen Bellton. Ich strecke meine Beine und hieve mich mit hohen Sprüngen in die Höhe, damit ich beim Bellen auch wirklich monsterhaft wirke und einen schreckhaften Schatten in die Nacht werfe.
Dann sieht man diese Gespenster davonschwirren. Weg hinters Nachbarshaus, weg übers Dach, einfach weg. Dann herrscht wieder Ruhe in unserem Garten und die Nacht ist etwas sicherer geworden.

Nein, nicht ganz! Ein Donnerwetter hat jetzt Einzug gehalten. Und oh weh, dieses Donnnerwetter gilt mir!

Die Menschen haben keine Gespenster gesehn. Es sind ja auch Menschen, und Menschen sehen nicht alles mit dem selben Blick wie Hunde, da muss man ein gewisses Verständnis aufbringen.

Dieses Donnerwetter wäre nicht notwendig.
Klar habe ich mich auch schon geirrt und den Fuchs oder den Nachbarskater verjagt.
Heute war es aber klar ein Gespenst, das klebt jetzt am Kamin, ganz oben auf unserem Hausdach und zittert vor Angst.

Seht ihr es?

 

Nicht lustig

Wann begreifen Menschen endlich, dass wir Hunde nicht immer alles lustig finden, was Mensch in den Sinn kommt.

Auch wir Hunde haben unseren Stolz.
Auch wir Hunde haben unsere Launen und Tagesbestzeiten.
Auch wir Hunde haben unsere Vorlieben und unsere Stärken.
Auch wir Hunde mögen mal etwas nicht.

Wann sieht Mensch das ein und lässt uns dann in Ruhe.

Heute trabten die Menschen an mit zwei kleinen runden Plastikdingern.
Wir marschierten los wie immer und ich dachte an nichts böses. Die Sonne wärmte angenehm mein schwarzes Fell und alles versprach einen wunderschönen Spaziergang.
Viele Spuren von Genossen dufteten am Wegesrand.
Diesen Weg gehen wir nicht oft, obwohl, hier hängt wirklich der Duft der grossen weiten Welt und ich hätte nichts dagegen, hier öfter zu schnüffeln.

Immer wenns am Schönsten ist, hat der Spass ein Ende. So auch diesmal. Auf einer Wiese am Waldrand kramten sie diese runden farbigen Plastikdinger hervor. Nun wurde auch schnell klar wofür die gedacht waren.
Durch die Luft geworfen, gleiteten sie lautlos bis ans andere Ende der grünen Matte. Unsere Menschen quiekten aufgeregt, was soviel bedeutete, wir sollten etwas tun um sie zu erfreuen.

– ‚Muss das jetzt sein, eben noch war es so gemütlich. Ein wenig schnuffeln und ganz viel träumen.‘-

Pele stob gleich hellbegeistert hinterher. – Meine Rettung –
Ich verdrückte mich an den Rand des Geschehens uns wartete der Dinge.
Mein Hals wurde immer steifer. Das passiert mir gerne, wenn ich etwas nicht mag und weiss, dass ich gleich gerufen werde.

„Ilios, komm, hol den Frisbee!“ – Nach dem fünften Aufruf trabe ich hinter dieser blöden Scheibe her.

– ‚Iiiiii, die riecht aber gar nicht gut. Und so etwas soll ich in mein Maul nehmen. Igitt!‘ –

Nicht lustig

Nach einer Weile ging der Spaziergang endlich weiter. Pele hatte genug apportiert und die Menschen haben aufgehört mich zu rufen.
Fertig war ihr Übermut allerdings noch nicht. Etwas später zückten sie den kleinen Fotoapparat. Solange sie damit Blumen und Bäume fotografieren ist das ok.

Heute aber, „ach,wie herrlich……, endlich Frühling…..usw“, sehen sie ein Plätzchen im wunderschönen Licht, moosbewachsen, gesäumt von hohen Tannen. Ideal für ein Portrait mit uns Hunden.

-„So etwas dämliches!“-
Pele rettet die Situation und spielt fotogenen Hund.
Ich setzte am Rand des Geschehens mit steifem Hals hin.
Ich hatte es geahnt, mein Hals hat es mir verraten. Es gab kein Entrinnen.
Jeglicher Widerstand war zwecklos.
Es entstand ein Portrait von Ilios mit Tanne, Moos und steifem Hals.

Nicht lustig

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