Schwalbenfrühstück / Autofahren

Schwalbenfrühstück

Auf dem Spaziergang dem Fluss entlang haben die Rauchschwalben kräftige Angriffe geflogen.

Zuerst dachte ich, die habens auf mich abgesehen und blieb stehen.
Dutzende zischten an meinem Kopf vorbei gerade als ich am Schnüffeln war. Ich war ganz verwirrt und schaute ihnen lange zu.

Ein wildes Durcheinander in der Luft.
Nicht nur über der Wiese, auch über dem Wasser wars nicht besser.

Pele schien dies gar nicht zu kümmern, er schnuffelte unbeirrt weiter im Gras herum.

Mücken haben sie gefangen. Die fliegen bei schlechter Witterung und drückenden Temperaturen sehr tief, auf Hundekopfhöhe.
Das war der Grund des Tieffluges. An mir haben die Rauchschwalben kein Interesse.

Ich konnte getrost weiterschnuffeln.

Autofahren

Ab und zu fahren wir im Auto weg.

Das Ritual Autofahren beginnt vor einem grossen braunen Holztor.

Da dürfen wir uns hinsetzen und warten bis das Tor geöffnet ist. Als ob wir nicht schon wüssten was dahinter verborgen ist, wenn die beiden Torhälften zur Seite geschoben  und mit zwei Eisenstangen am Boden festgemacht werden. Da steht  das dunkelrosa Auto mit der grossen Heckklappe, die nun im zweiten Akt die Hundebox freigibt.
Jeder von uns Hunden hat einen eigenen Eingang zu seinem Hundeboxabteil.

Ihr wisst schon, der Pele links und mein Eingang ist rechts, alles hat in unserem Leben eine feste Ordnung.
Das ist, schön, da habe ich meine eigene Koje und mein eigenes Schaffell zum Kuscheln.

Ganz oben an der Seitenwand kann ich auf der einen Seite zum Pele hinübersehen, auf zwei anderen Seiten sieht man durch die Autofenster den Himmel, auch wenn sich die Gittertüre der Hundebox und die Heckklappe geschlossen hat.
Meine Koje ist ganz praktisch, man wird während der Fahrt nicht so arg herumgeworfen, wenn das Auto in die Kurve liegt. Dann grummelts nur  ein wenig in meinem Bauch.

*******

Früher, das heisst als im Auto noch keine Hundebox drin stand, hat es während dem Autofahren ganz arg gekillert in meinem Bauch. Und bei jeder Kurve hat sich das Killern in der Richtung der Kurve geändert.

Dazu sind uns  all die Häuser um die Ohren, oder besser ums Auto geflogen. Selbst Kühe flogen durch die Luft.
Andere Autos zündeten den Turbo und düsten schneller an uns vorbei als einHund verstehen kann.

Solche Düsenjäger und fliegenden Kühe habe ich konsequent verbellt. Schliesslich bin ich ein Wachhund und gewohnt meine Menschen zu verteidigen.

Mit der Zeit, das heisst eher ziemlich schnell ist mir dann immer schlecht geworden.

Ein Halt sollte diesem Stress zur Besserung verhelfen. Manchmal mussten meine Meister auch das Auto putzen. Das tat mir schon sehr leid, aber besser gings mir damit auch nicht.

*******

Die Hundebox ist eine sehr gute Lösung dieses Problems und inzwischen finde ich Autofahren ganz ok.

Wir sehen beim Fahren nicht mehr zum Fenster hinaus.
Jetzt habe ich meine Koje und ein warmes Schaffell bekommen in einer standfesten Hundebox. Die fliegt nicht so schnell durch die Luft, so schwer wie die ist.
Meine Menschen sind gut zu uns. Die mögen uns und wir mögen sie.

Während dem Reisen können wir nun rätseln, wohin die Reise geht ohne dass der Bauch.
Sobald sich die Türe öffnet ist es eine Überraschung wo wir sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.