Sprung / Alleine zuhause

Sprung

Rennen und in die Höhe springen das hebt meine Stimmung.
Frauchen teilt mit mir diese Leidenschaft. Alte Schlossmauern sind genau so willkommen wie Gletscherfindlinge in der Landschaft.
Den Befehl „Sprung“ kenne ich vom Agility. Über die Hürde fliegen, den Wind in den Haaren spüren.
Darum müsste es eigentlich heissen „Flieg“…
 

Nun gibt es endlich ein Foto von einem meiner Lieblingsort.
Darum schreibe ich nämlich diese Geschichte.
Einer meiner Spaziergänge führt dem Fluss entlang im Wald.
Eine lange Zeit führt der Weg hoch über dem Fluss am Rand des sehr steilen Bordes entlang.
Zu Schnüffeln gibt es viel, denn da wohnen Wildschweine. Gesehen haben wir noch keine aber ihre Spuren sind zu sehen und zu riechen.

Breite Waldstrassen und schmale Trampelpfade wechseln sich ab. Viele Kreuzungen bieten immer wieder neue Wahlmöglichkeiten wohin man weitergeht.
Viele Waldstimmungen, dunkler tiefer Tannenwald, duftende Eichenwälder und weite Mooswiesen im Mischwald.
Warme windlose Waldstrecken, im Sommer ist es hier drückend heiss, wechseln mit Bereichen näher am Fluss, wo der Fahrtwind des Flusses kühlt.

Trotz all der Abwechslung, eines habe ich fest im Griff. Von welcher Seite auch immer wir in diesen Wald einsteigen, welche Wege auch immer wir wählen, irgend einmal landen wir an meinem Lieblingsplatz.

Ein Flugspiel einst hat den Ort unverwechselbar gemacht. drei Findlinge von einem Meter Höhe umkreisen zwei Sitzbänke für Menschen und eine kleine Feuerstelle. Zwei der Steine sind meine favorisierten Flugsteine. Da gibts immer ein „Guti“, wenn ich schön drauf „Sitz“ mache.

Menschen sollten wissen, Hunde merken sich die kleinsten Dinge, wo immer sie lang gehen. Darum sind Hunde immer im Bild, was als nächstes kommt.

Ein hübscher Nebeneffekt: Die Menschen sind ja so was von Überrascht, wenn ich schon vor der letzten Kurve aufgeregt mit dem Schwanz wedle und mich in die Leine hänge wegen meinem Gletscherfindlingsstein. Wahrscheinlich denken die Menschen nicht daran.

ICH SCHON… denn hier gehts um ein “ Guti“.

Auch Pele mag die Steine. Er kann einfach nicht so hoch springen.

Alleine zuhause

Ein Hundekollege hat mir einmal erzählt, wie ihm ein sehr dummes Missgeschick passiert ist.
In seinem Zuhause herrschten klare Vorschriften, wie wohl in jedem Haushalt den Hunde mit Menschen bewohnen.
Eine seiner Regeln besagte, dass er im oberen Stockwerk nur den Flur, nicht aber die Zimmer betreten durfte, zumindest nicht, in Abwesenheit seiner Meister.

Darum wurden die Zimmertüren des besagten oberen Stockwerks beim Weggehen wohlweislich geschlossen.

Einmal aber, da blieb eine der Türen offen.

Das ist allerhand für so eine Hundeseele und vollkommen normal für einen eifrigen, neugierigen Hund. Und genüsslich für die Überbrückung der langweiligen Wartezeit ist es allemal.
Schnüffeln…. und schliesslich ein Bett ausprobieren, ein Schläfchen halten in einer weichen, dicken Daunendecke, die so gut nach frischem Weichspüler roch.

Vom Misgeschick war weit und breit nichts zu vermerken, obwohl es schon längst geschehen war.
Wenn Hunde in ihrer Aufregung heftig mit der Rute wedeln, merken sie nur in den wenigsten Fällen, wenn dabei der Schwanz  zum Beispiel an eine angelehnte Türe pocht. In unserem Fall geriet jedoch diese Türe in Bewegung, fiel schlussendlich ins Schloss. Letzteres blieb unserem Hundekollegen unbemerkt, bis er sich nach seinem himmlischen Nickerchen erhob und einen kleinen Durst verspürte.

Da war der Weg zum Wassernapf versperrt. Er verstand natürlich die Welt nicht mehr und guckte ziemlich belämmert die verschlossene Türe an.

Lange, sehr lange musste er die Türe anschauen, bis er von unten den Schlüssel im Schloss der Haustüre sich drehen hörte, was in der Regel die Ankunft der Meister ankündigte. Er hörte seinen Namen rufen, mehrmals.
Eigentlich hätte er spätestens jetzt ein schlechtes Gewissen bekommen sollen. Er aber freute sich, dass man ihn bald aus seiner misslichen Lage befreien würde.

Etwas peinlich ist die Geschichte schon, denn seine Meister haben ihm kein Donnerwetter zukommen lassen, sie straften ihn auf eine Weise, die für einen gestandenen Hund äusserst schmerzlich ist. Sie erzählten diese Geschichte all ihren Bekannten. Und alle lachten stets lange über dieses Hundepech.

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