Urgrosstante Trüff / Frauenpower

Trüff

Habt ihr gewusst, dass wir Hunde es lieben, wenn man uns Geschichten erzählt. Dann liegen wir ganz andächtig da, entspannt, legen den Kopf auf den Schoss des Menschen. Wir geniessen die kraulende Hand an unserem Nacken und lauschen mit halbgeschlossenen Augenlidern den spannenden Geschichten. Vor unserem geistigen Auge erleben wir das Erzählte hautnah. Manchmal zucken wir dabei mit den Pfoten, so etwa dann, wenn wir gerade vor einem Ungeheuer flüchten müssen.Manchmal zuckt auch unser ganzer Körper vor Spannung, vielleicht sind wir dann auch nur erschrocken vor einem Donnergrollen oder einer quitschenden Autobremse.

Viele Geschichten habe ich bis heute schon gehört und dabei  meine Vorfahren kennengelernt.

  • Amboss, der Ururonkel, der am weitesten weg liegt soll ein rechter Haudegen gewesen sein.
  • Streuner, da liegen viele Geschichten im Dunkeln, weil sie öfters auf Streunerreisen war.
  • Tim, einer, der nicht verwandt aber doch mit dabei war.
  • Und schliesslich Trüff, die rundliche Hundetante, die in vielen Dingen etwas eigenwillig war.

Die Geschichten von Trüff mag ich immer wieder hören, weil sie oft tat was Hunde möchten und nicht dürfen, sie streikte und verweigerte ihre Dienste. Trüff hatte gewelltes langes Haar. Als Hundedame war sie etwas kleiner als ich. Ihr Bellen war eine Tonlage höher, gleich laut wie meines. Sie hat gerne gebellt, eine echte Sängerin sei sie gewesen. Ob sie auch heulen konnte weiss ich nicht. Ich kanns nicht.
Trüff war ein Schleckmaul wie ich. Vielleicht mag ich ihre Geschichten desshalb su gut.

Geschichten von unseren Vorfahren sind spannend. Deshalb schreibe ich jetzt ab und zu hier eine davon auf.
Natürlich nur die, die mir gefallen.

Frauenpower

Urgrosstante Trüff hat sich fast nichts bieten lassen.

Sie mochte es nicht, wenn sie zu Hause gelassen wurde.
Sie mochte es nicht wenn man sie im Auto warten liess.
Mit wildem Gebell hat sie sich bemerkbar gemacht und ihren Unmut kundgetan.
Öfters wohl mit Erfolg.
Denn diejenigen Male, die bei ihr nicht zum Gewünschten führten, konnten böse Folgen haben für die Meister.
Es wird erzählt, dass Urgrosstante Trüff einst bodenlange Vorhänge  aus Wut und Erregung herunterriss.

Temperament und Eigensinn
Urgrosstante Trüff weigerte sich auch in der Hundeschule, wenn sie etwas nicht mochte.
So versuchte sie wohl ein Leben lang, den Menschen klar zu machen, dass sie, Trüff , nur im Wasser zu apportieren gedachte. Und das mit Leidenschaft.
Auf der Wiese oder im Wald mochte sie es nicht tun.
Auch für Wurst und Käse nicht.
Konsequent legte sie sich dann hin und wartete, bis die Show vorbei war.

Die Feinschmeckerin
Urgrosstante Trüff liebte Süssigkeiten genauso wie Wurst.
Kein Versteck war vor ihr sicher.
Es wird erzählt, dass sich Trüff einst zwei Türen geöffnet hat, um an die Himbeertorte, die im kühlen Luftschutzkeller bis zur Dessertzeit gelagert war, zu gelangen.
Die Torte sei ihr dann aber zu gross gewesen, so liess sie den Menschen wenigstens den Rand übrig.

Die Schwimmerin
Urgrosstante Trüff liebte das Wasser.
Kein Wetter war ihr zu kalt.
Sie mochte Schwimmen und schwamm im See, im Fluss und auch im Meer mit den Menschen um die Wette.
Einmal war es dann aber zu kalt. Trüff bekamm einen Muskelkrampf im frühlingswarmen Wasser und musste gerettet werden.
Das kümmerte sie jedoch wenig.
Sie schwamm weiterhin soviel sie konnte.

Das Reitpferd

Urgrosstante Trüff wohnte mit Kindern zusammen.
Als diese Kinder noch sehr klein waren, durften sie auf Trüff reiten, auch wenn sie am Boden lag.
Sie fand die Kinder lustig.

Katzen und Kühe

Ein Nachbarkater hat sich einen Jux daraus gemacht, Urgrosstante Trüff zu ärgern, indem er immer vor dem Gartenhag stehen blieb.
Da wartete er bis Trüff ihn verbellte.
Sie ärgerte sich jedesmal masslos weil dieser Hag sie hinderte, diesen doofen Kater  zu jagen.
Katzen und Kühe waren Trüff ein Graus.
Ständig versuchte sie diese zu jagen und immer wieder machte sie die Erfahrung, dass Katzen und Kühe einfach kehrt machten und begannen Trüff davonzujagen.
Katzen und Kühe nahmen anscheinen die kleine Trüff nicht ernst.

 

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