Ein Geburtstagskuchen für einen Hund

Nun bin ich schon 10 Jahre alt.
Der 6. September ist mein Geburtstag.

Irgendwann im November 2000 wurde ich an einem Samstagnachmittag aus meiner Kinderstube weggeholt in eine völlig neue Welt.

Seit damals habe ich viel erlebt und bin viel herumgekommen. Und jedes Jahr, wenn die Tage kühler werden und die Schwalben wegziehen, habe ich meinen besonderen Tag, Geburtstag.

Wenn Menschen Geburtstag feiern, dann kriegen sie meist Besuch und es gibt ein gutes Essen.
Am Tisch, ohne Hund.

Hund wartet im Korb.

– Oder sie gehen weg und kommen spät in der Nacht zurück –

und Hund wartet geduldig im Korb.

Menschen packen an ihren Geburtstagen Geschenke aus. Sie erhalten meist Dinge, mit denen Hund nicht viel anfangen kann. Aber das Geschenkpapier, daskann man zerrupfen und mit den Bändelrosetten kann man rumtoben. Man kann sie in die Luft werfen, fangen, damit wegrennen und listig zur Meisterin schauen.

Der Hund kann seinen Menschen natürlich kein Geschenk machen. Man kann versuchen, dem Geburtstagskind seinen alten Tennisball als Geschenk auf den Stuhl zu legen. Aber meine Meisterin hat das nicht verstanden, ein Kommunikationsproblem, und den Ball einfach zurück in meine Spielkiste gebracht.

Habt ihr euch schon einmal überlegt, was ein Hund sich wünscht, wenn er Geburtstag hat?

Zuerst das Geburtstagsessen:
Jemand hat mir einmal erzählt, von einer deutschen Dogge, die erhielt als Geschenk eine ganze Kette Cervelats (Würste). Das wäre ein traumhaftes Iliosgeschenk. Oder ein ganzes Suppenhuhn, das ich genüsslich einen langen Nachmittag lang im Garten oder auf dem Balkon abnagen darf

Kleine Aufmerksamkeiten:

Ich wünsch mir, dass ich den Mittagsschlaf auf dem Sofa halten darf, ohne Schimpfe.
Ich wünsch mir, dass ich heute nie an die Leine muss und überall schnüffeln darf so lange ich will

Ein Geburtstagsausflug:

Ohne Autofahrt

An einen völlig neuen Ort mit fantastischen Geruchsspuren von Wildschwein, Reh und Hase, von Hundeweibchen und wilden Blumen.

Das Schlussbouquet:
Ein Geburtstagshundekuchen – am liebsten einen Gugelhupf – ohne Salz und ohne Zucker, dafür mit Fleischstückchen statt Mandelkernen. Und weil Kerzen für Hunde gefährlich sind und wir die sowieso nicht ausblasen können, steckt man am besten Wiener Würstchen hinein.
10 für mich, weil ich gerade 10 Jahre alt geworden bin.

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