Krank / Winterspaziergang

Krank

Wenn es dauernd kitzelt im Hals, so dass man husten muss, dann ist das unangenehm.
Wenn es draussen schönes Wetter ist und man nicht rennen mag, weil die luft so stickig ist, dann ist dass sehr unangenehm.
Wenn Frauchen meint, das sei nicht gut, wenn man hustet und schwer schnauft und mich zum Tierarzt schleppt, dann ist das äusserst unangenehm.
Das einzig schöne daran, in der Arztpraxis gibt es eine Schublade, und wenn die aufgeht gibt es  Knabberhäppchen. Das versüsst ein wenig die Zeit, wenn die Menschen eifrig reden.
Wenns anschliessend irgendwo piekt, heisst das entweder. man kann gleich wieder draussen ins Auto hüpfen und nach Hause fahren. Oder… gleich wird der Kopf ziemlich schwer und Hund mag nur noch schlafen, tief schlafen, was für einen Hirtenhund den totalen Kontrollverlust über das Geschehen bedeutet. Schlimm, denn schliesslich bin ich Ilios, der Hirtenhund und stets wach und aufmerksam. Meine Welt ist das lebendige Geschehen.

Beim Erwachen bin ich hundemüde und das Licht blendet heute extrem. Wo sind denn meine Menschen? Und warum sperren die mich in eine Box? Egal, dann schlafe ich noch eine Runde.

Irgendwann werde ich endlich ins Auto gebracht, in mein Hundebox, und Pele ist auch da. Meine Beine sind wackelig und ich habe so unangenehm weiche Knie.
Endlich zuhause will ich doch nachsehen, ob noch alles ist wie immer, die Katzen zählen.

Meine Beine meinen aber etwas anderes und darum lege mich wohl erst eine Weile in meinen Korb im Schlafzimmer. Schlafen, hauptsache ich bin wieder zuhause.

Die Menschen sind sehr aufmerksam zu mir, streicheln mich besonders viel und erzählen mir schöne Geschichten, die ich zwar nicht verstehe, die aber von Herzen kommen und sanft tönen. Krank, nennen sie das öfters.

Hunde sind nicht gerne krank. Hunde sind gerne aufmerksam, vif, smart,sportlich, athletisch und sie lieben es draussen zu toben und zu entdecken.
Einen Tag später bin ich schon fast wieder der Alte.
Jetzt bekomme ich jeden Tag zwei Tabletten schön versteckt in etwas Thunfischpaste. Und fühle mich bald nicht mehr krank. Jetzt bin ich eben Ilios, der Hirtenhund mit zwei Tabletten im Bauch. Sportlich zahm, fröhlich und aufmerksam.

Winterspaziergang Neujahr 2009

Es hat nicht ganz gereicht, auf dem ausgewählten Bergzug war auch keine Sonne zu sehen.
Die Nebeldecke hing dicht über den Bäumen.
Und auf den Bäumen klebte der eisig gefrohrene Schnee von gestern, vom letzten Jahr also.

Am Boden lag eine dicke Schneeschicht. Gemacht für Hunde die gerne rovern.
Pele hat Pech gehabt. Gestern verstauchte er sich seine rechte, vordere Schulter beim Sprung auf einen glitschigen grossen Stein.
Er musste hauptsächlich an der Leine spazieren, zur Schonung der Gelenke.
Nur kurz kam er in den Genuss, Mausgänge unter dem Schnee zu erschnüffeln und auszubuddeln.

So hat es heute hauptsächlich Bilder von mir gegeben. Handyfotos von Ilios im Schnee.
Da fällt meine Koksnase (so nennen sie mich wegen den ergrauten Mundwinkeln) gar nicht weiter auf. Man kann sie nicht mehr vom Schnee unterscheiden.

Es hat Spass gemacht. Wir spielten ganz lange Verstecken. Abwechslungsweise entschwanden meine Meister hinter Bäumen und Schweiterbeigen, bewegten sich kein Mü mehr und machten höchstens einmal einen klitzekleinen Mucks um mich anzulocken. Ich hatte alle Pfoten voll zu tun, um meine Herde beisammen zu halten.
Jetzt bin ich hundemüde und warte auf mein Nachtessen.

bubi bubibu harrichum saus schnuffel

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